Wer „Wir suchen …“​ schreibt hat bereits verloren

von Prof. Dr. Armin Trost

Nach wie vor beginnen die meisten Stellenausschreibungen mit der Floskel „Wir suchen …“ Es scheint, als würde es in der Bibel stehen, dass man dies so tun müsse. Nur leider hat man bereits auf den ersten Metern verloren, wenn man genau diese Floskel verwendet.

Wer schreibt „Wir suchen …“ artikuliert eine Innensicht. Sie weißt darauf hin, dass das Unternehmen ein Problem hat. Aber wen sollte das bitteschön interessieren? Würde ich eine Anzeige mit dem Inhalt „Ich suche meinen Schlüssel“ schalten, dann wäre „Na und? Ist dein Problem!“ die verständliche Reaktion.

Es kommt noch schlimmer. Die Floskel „Wir suchen …“ erscheint alles andere als attraktiv. Wer will schon bei einem Unternehmen arbeiten, das nach guten Leuten suchen muss. Kein Geschäftsmann würde in seine Anzeige schreiben „Kunden gesucht“. Umgekehrt würde wohl kaum ein potenzieller Kunde einem Anbieter trauen, der auf dieses (sein) Problem so hemmungslos aufmerksam macht.

Arbeitgeber, die bei der Personalgewinnung erfolgreich sein wollen, sollten nicht suchen sondern bieten. Die Stellenanzeige beginnt mit „Wir bieten …“ Wenn dann etwas Überzeugendes, Zielgruppenrelevantes und Besonderes folgt hat man bereits einen wichtigen Schritt in Richtung professioneller Personalgewinnung getan. Man nennt das dann Employer Branding. So einfach ist das manchmal.