Die Zukunft ist agil

Zukünftige Anforderungen an Führung sind geprägt durch Veränderungen der Märkte, der gesellschaftlichen Werte, der Technologie und Konnektivität

Die wichtigsten Änderungen ergeben sich aus der Globalisierung, dem technologischen Wandel und insbesondere der Digitalisierung. Disruptive Technologien bedrohen die Marktposition etablierter Unternehmen. Gesellschaftliche Werte wandeln sich hin zu einer höheren Selbstverwirklichung verbunden mit einer zunehmenden Demokratisierung.


Die Folge sind einerseits eine Zunahme an Geschwindigkeit, Dynamik, Unsicherheit und Komplexität

Vorstellungen von einer statischen Welt sind längst obsolet. Unternehmen agieren intern in einem Umfeld zunehmender Prozess- und Ergebnisunsicherheit. Das Marktumfeld entwickelt sich dynamisch und ist immer weniger vorhersehbar. Produkte, Technologien und Märkte nehmen exponentiell an Komplexität zu. Managemententscheidungen werden zunehmend unter massiver Unsicherheit gefällt.


Andererseits haben zukünftige Generationen andere Anforderungen an ihr Leben und ihre Arbeitswelt

Vertreter zukünftiger Generationen denken in (globalen) Netzwerken, nicht in Hierarchien. Sie sind technisch affin und streben nach Sinn, Autonomie und der Verwirklichung eigener, individueller Lebensentwürfe. Jüngere Generationen sind vor allem intrinsisch zu motivieren und zu begeistern. Fachkräftemangel zwingt Unternehmen dazu, diesen Anforderungen gerecht zu werden.


Im Kontext zukünftiger Rahmenbedingungen versagen traditionelle, meist hierarchische Ansätze der Führung

Komplexe Systeme können nicht hierarchisch geführt werden. In hierarchischen Welten reagieren Führungskräfte aber auf zunehmende Geschwindigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Dynamik häufig mit noch umfangreicheren Kontrollinstrumenten: Scorecards, KPIs, Ausschüsse, Gremien, Reporting, jährliche Mitarbeitergespräche, Performance Management usw. Die Folge sind häufig Demotivation der Mitarbeiter, irrationale Entscheidungen und mangelnde Effizienz im Führungsalltag.


Agilität wird zur zentralen Anforderung im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität

Anpassungsfähigkeit und der Umgang mit sich ändernden Rahmenbedingungen setzt Agilität voraus. Agile Führung setzt auf Eigenverantwortung und Selbststeuerung der Mitarbeiter, Vielfalt, Zusammenarbeit in Teams- und Netzwerken, kurzzyklische Steuerung und maximale Kundennähe. Tendenziell präferieren junge Generationen agile Arbeitswelten. Agilität wird zu einem zentralen Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung.


Führung in modernen, agilen Arbeitswelten erfordern ein humanistisches Menschenbild auf Seiten der Führungskräfte

Vertrauen reduziert Komplexität. Führung in agilen Arbeitswelten setzt weniger auf Weisung und Kontrolle. Sie überwindet die klassische, tayloristische Trennung zwischen Denken (durch Führungskräfte) und Handeln (durch Mitarbeiter). Man geht von Mitarbeitern aus, die nach Verantwortung und Selbstentfaltung streben. Man muss sie nicht motivieren. Man kann sie nur demotivieren – durch starre Strukturen, Misstrauen und Kontrolle, mangelnde Sinnhaftigkeit ihrer Aufgaben usw.


Die Folge sind veränderte Arbeitsbedingungen und ein geändertes Führungsverhalten

Immer mehr Unternehmen reagieren auf sich veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen mit flexiblen Organisationen und flexiblen Arbeitsstrukturen. Mitarbeiter und Teams übernehmen Verantwortung für Leistung, Zusammenarbeit, Lernen, Entwicklung und werden hierfür befähigt. Es gibt weniger Chefs und dafür mehr Coaches, Mentoren und Führungskräfte, die partnerschaftlich führen.