Prof. Dr. Armin Trost

Arbeitgebermarken im Internet
Wie sich deutsche Arbeitgeber auf ihren Karrierewebseiten präsentieren

Eine im Jahr 2007 durchgeführte Studie der Hochschule Furtwangen und der Promerit TalentManagement AG unter der Leitung von Armin Trost und Tobias Keim (Promerit).

Den vollständigen Bericht können Sie hier runterladen.

 

 
 

Aktualität

Im Zuge des anziehenden Wettbewerbs um qualifiziertes und talentiertes Personal wächst die Bedeutung der Karrierewebseiten als Medium für das Personalmarketing. Hierbei ist weniger die Kommunikation offener Stellen, sondern vielmehr die Präsentation des Unternehmens als Arbeitgeber im Sinne eines Arbeitgebermarketing gemeint. In diesem Kontext ist immer häufiger von der Arbeitgebermarke (Employer Brand) die Rede. Arbeitgebermarkenbildung (Employer Branding) hat zum Ziel, ein Unternehmen als einzigartigen, attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und zu präsentieren. Die Arbeitgebermarke vermittelt eine Antwort auf die Frage, warum sich ein qualifizierter und talentierter Mensch für ein Unternehmen als Arbeitgeber interessieren sollte.

Fragestellung

In einer eigenen Studie wurden die Karrierewebseiten der größten und attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland untersucht. Im Vordergrund stand die Frage, inwieweit diese Unternehmen potenziellen Bewerbern ein klares Profil als Arbeitgeber vermitteln und dieses durch Text- und Bildsprache entsprechend unterstützen. Es ging also weniger um die Bedienbarkeit oder den Informationsgehalt der Karrierewebseite sondern um die Frage, ob eine klare Arbeitgebermarkenstrategie erkennbar ist. Im Rahmen einer Inhaltsanalyse untersuchte eine studentische Projektgruppe im Juni 2007 insgesamt 247 Karrierewebseiten deutscher Unternehmen mithilfe eines strukturierten Kategoriensystems.

Ergebnisse

Lediglich 41% der Arbeitgeber bieten auf ihren Karrierewebseiten eine eindeutige und nachvollziehbare Antwort auf die Frage, warum sich ein potenzieller Bewerber für das Unternehmen interessieren sollte. Inhaltlich konzentrieren sich Arbeitgeber hierbei im Wesentlichen auf das Argument besonderer Karrierechancen. Andere für das Employer Branding relevante Aspekte wie Aufgaben, Produkte und Innovationsvermögen sind eher unterrepräsentiert. Weiterhin wurde geprüft, inwieweit diese Unternehmen ihre Botschaften durch Bild und Text glaubhaft und überzeugend unterstreichen. Nur 5% Prozent der Unternehmen mit klarer Botschaft tun dies in überzeugender Weise. Absolut gesehen handelt es sich hierbei lediglich um fünf der 247 analysierten Unternehmen. Erlaubt man sich das Urteil, dass von einem Employer Branding eigentlich nur dann die Rede sein kann, wenn Unternehmen eine klare Botschaft mit entsprechenden Marketinginhalten transportieren, dann kann man bestenfalls fünf Unternehmen eine sichtbare Arbeitgebermarkenstrategie unterstellen. Das ist in Anbetracht der Aktualität und Präsenz des Themas Employer Branding erstaunlich wenig.

Ausblick

Diese Studie zeigt sehr eindrucksvoll, wie sehr die theoretische Diskussion um Employer Branding und die überprüfbare Wirklichkeit auseinanderklaffen. Während in Fachzeitschriften und auf Kongressen schon lange und viel über das Thema diskutiert wird, begegnet dem interessierten Kandidat im Internet in erster Linie Uniformität, Langeweile und Beliebigkeit. Hier scheint es erheblichen Nachholbedarf zu geben. Entsprechend werden in dem Beitrag auch konkrete Handlungsschritte aufgezeigt.

Den vollständigen Bericht können Sie hier runterladen.

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